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Barockfest

KulturSchlagLicht im Jagdschloss Gross Schönebeck

neues barocktrio berlin mit Johanna Krumin

Anna Barbara Kastelewicz, Barockvioline
Sarah Perl, Gambe
Arno Schneider, Cembalo

11. Mai 2019
15 Uhr / 17:30
Jagdschloss Gross Schönebeck Schorfheide




Hans Zimmer and more

Das Weißrussische Staatliche Sinfonieorchester und Chor
Yuri Karaveav, Leitung

Solisten:
Project Of Soul: Nina Nyembwe, Liz Cunningham, Jean-Marc Lerigab
Sopran: Johanna Krumin

April 2019

6. Chemnitz Stadthalle 20 Uhr
7. Kassel Kongress Palais 19 Uhr
8. Leipzig Gewandhaus 20 Uhr
9. Erfurt Messehalle
20 Uhr
11. Halle Steintor 20 Uhr
12. Magdeburg Stadthalle 20 Uhr
13. Siegen Siegerlandhalle 20 Uhr
15. Köln Philharmonie 20 Uhr
16. Karlsruhe Konzerthaus 20 Uhr
17. Rostock Stadthalle 20 Uhr
18. Kiel Schloss 20 Uhr
20. Hannover Theater am Aegi 20 Uhr
21. Hamburg Laeiszhalle 20 Uhr
22. Bremen Metropol Theater 20 Uhr
24. Koblenz Rhein-Moselhalle 20 Uhr
25. Aachen Eurogress 20 Uhr
26. Düsseldorf Capitol Theater 20 Uhr
28. Berlin Admiralspalast 19:30 Uhr
29. Dresden Konzertsaal im Kulturpalast 20 Uhr



Salon K u K:
Fontane – der preußische Europäer

Fontane

Eine musikalische Lesung zum 200. Geburtstag

Johanna Krumin, Sopran

Anna Barbara Kastelewicz, Violine
René Hofschneider, Lesung
N.N., Klavier

29.03.2019   Krangen
31.03.2019   Burg zu Hagen im Bremischen




Festival  Internationale Messiaen-Tage 2019 Görlitz-Zgorzelec
Meeting Point Messiaen


Theodorakis
except Zorbas
Lied und Lesung

Am südöstlichen Stadtrand der Doppelstadt Görlitz-Zgorzelec liegt das frühere Kriegsgefangenenlager Stalag VIII A.
120 000 Kriegsgefangene aus verschiedenen Nationen waren von 1939 – 1945 im Stalag VIII A registriert, geschätzte 12 000 überlebten es nicht.
Olivier Messiaen komponierte während seiner Gefangenschaft im Stalag VIII A sein musikalisches Meisterwerk das „Quartett auf das Ende der Zeit“ und führte es gemeinsam mit drei Mitgefangenen erstmals am 15. Januar 1941 in der Theaterbaracke des Lagers auf.

Die jährliche Aufführung dieses Stückes seit 2008 ist für unzählige Menschen aus der Euroregion zu einem inspirierenden Ritual zum Jahresauftakt geworden. 2017 gründete der Verein aus dem wiederkehrenden Einzelereignis ein mehrtägiges Festival, welches Menschen auf beiden Seiten der Neiße, sowie aus ganz Europa an diesem einzigartigen Ort der (Musik-)Geschichte zusammenbringen will. Internationale Künstler treffen dabei auf Forschende zur jüngeren Geschichte der Region und das Publikum wird eingeladen Zeitgenössische Musik im historischen Ambiente der Grenzstadt, Führungen und Vorträge zu erleben und sich so dem Spannungsfeld Kunst-Krieg zu nähern.

13. Januar 2019
11:30 Uhr

Auszüge aus:
Echowand  - Mikis Theodorakis / Sebastian Schwab
5 Mélodies populaires grecques - Maurice Ravel
Chants de Terre et de Ciel - Messiaen

Johanna Krumin, Sopran
Markus Zugehör, Klavier
René Hofschneider, Lesung


Von der Zeitung Le Monde als „neuer Stravinsky“ gefeiert, gelangte Mikis Theodorakis zu Weltruhm durch Filmmusik und den Canto General. Bisher unveröffentlichtes Interviewmaterial offenbart außergewöhnliche Perspektiven auf seine Pariser Zeit, das Studium bei Olivier Messiaen, auf Star-Tum, Snobismus, Virtuosentum als Indizien einer Verfallsepoche – sowie auf den Kosmos des Komponisten, Schriftstellers und Politikers Mikis Theodorakis.



Dezember 2018 / Januar 2019 / April 2019

Deutschland - Tournee Hans Zimmer



Salon K u K :
Fontane – der preußische Europäer

Fontane

Eine musikalische Lesung zum 200. Geburtstag

Johanna Krumin, Sopran
Anna Barbara Kastelewicz, Violine
René Hofschneider, Lesung
N.N., Klavier

„Wahre dir den vollen Glauben an diese Welt trotz dieser Welt!“
aus: Fontane, Gedichte. Lieder und Sprüche; Laß ab von diesem Zweifeln, Klauben

März - Dezember 2019




Debüt:

Richard Strauss - 4 Letzte Lieder

Konzerthaus Berlin, großer Saal
18. November 2018   15:30 Uhr
OBM
Yukari Ishimoto, Dirigentin
Frederick Delius - In a Summer Garden
Richard Strauss - 4 letzte Lieder
Arthur Sullivan - Symphonie Nr. 3 E-Dur  Irische Symphonie
Leonard Bernstein - Candide Ouverture

Karten unter karten@obm-ev.de oder  +49 (30) 85 99 99 99




seit 2018 ist Johanna Krumin künstlerische Leitung des Festivals

KSL         


- hier zur Bildergalerie und hier zum trailer des Barockfestes am 23./24.06.2018

- hier zur Bildergalerie Konzert Musik am Bau November 2018









  Opernwelt Mai 2016 über CD Echowand:
"...Neuschöpfungen, die das Flair der Vorlagen unangetastet lassen und doch einen eigenen Ton finden....die Idee zu diesem Projekt hatte die Berliner Sopranistin Johanna Krumin. Sie ist nicht zuletzt als Interpretin dessen treibende Kraft, mit dem Pianisten Markus Zugehör steht ihr ein einfühlsamer Beglieter zur Seite.
Das Ergebnis: eine Anverwandlung jenseits aller Sorbas-Klischees..."
Albrecht Thiemann




Radio:
WDR
COSMO 29.10.2017  21 Uhr -  51 Min.
 
Dance Love Fight - With Mikis on the road auf den Hofer Filmtagen
mit Asteris & Ina Koutoulas, Klaus Salge,  Johanna Krumin u.v.m.



Premiere
DANCE FIGHT LOVE DIE  auf den 51. Hofer Filmtagen
With Mikis on the Road
 
Film von Asteris Kutulas
 
(mit Anthony Quinn, Francesco Diaz, Maria Farantouri,  Johanna Krumin, Markus Zugehör u.a.)

 25.10.2017, 22:15 Uhr, Kino Regina – Weltpremiere
 26.10.2017, 13:00 Uhr, Kino Scala
 29.10.2017, 21:00 Uhr, Kino Classic

 

ab 02.5.2018 Kinotour Deutschland

trailer:










CD Echowand

Lieder von Mikis Theodorakis
als Liedzyklus bearbeitet von
Sebastian Schwab
Markus Zugehör, Klavier

© SCHOTT MUSIC GmbH & Co. KG
Koproduziert BR Klassik


Auszeichung
supersonic award des Magazins Pizzicato 07 / 2015 für CD echowand



hier zur Rezension von Guy Wagner

 




Sendehinweise:


artour TV - das Kulturmagazin
23.07.2015    22:05 Uhr MDR
echowand / Mikis Theodorakis
Bericht: Petra Dorrmann


WDR 3
Sendung: Tonart
29.07.2015  15:05 Uhr
CD–Rezension: Stefan Keim

Deutschlandradio Kultur
29. Juli 2015    20:03 - 21:30 Uhr
"Schreib, damit der Tag anbricht!"
Mensch. Bürger. Komponist.
Mikis Theodorakis zum 90. Geburtstag
von Georg Beck
Musik u.a.: CD echowand
Deutschlandfunk
21.Juni 2015   09:10 Uhr
Die neue Platte: echowand -
Lieder von Mikis Theodorakis
vorgestellt von Georg Beck







Wiedergeboren

Johannas Stimme strahlt sehr stark Persönlichkeit aus, eine ganz eigene Persönlichkeit. Die Gesamtheit der Lieder dieser CD ist von Anfang bis Ende bestimmt vom Dualismus einer melancholischen Grundstimmung auf der einen und einer blendenden Helligkeit auf der anderen Seite. Beides bildet im Kontrastieren eine dynamische Einheit, wie sie die Atmosphäre eines Sommertags in Griechenland ausmacht, wenn die Schatten umso dunkler sind, je intensiver die Sonne strahlt.

Johannas Pathos vermittelt das Moment des Unabsehbaren, von dem unser Leben bestimmt ist. Interessanterweise hat diese deutsche Künstlerin in ihrer wunderbaren Eigenwilligkeit etwas „Griechisches“, denn wieder und wieder wird es dramatisch, aber immer wieder gibt sich Johanna eben auch dem Friedvollen hin, das meinen Liedern im Grunde innewohnt.

Sebastian hat als ein sehr junger, außerordentlicher Musiker hervorragende Arrangements geschaffen, die einen großen Ideenreichtum erkennen lassen.

Seine Demut, meine Melodien nicht zu verändern, berührt mich, denn er hätte alles Mögliche mit ihnen anstellen und ihnen damit ihre Seele nehmen können. Aber es ist meine Musik geblieben. Ich stelle überrascht fest, wie ich sie auf einmal so höre, als sei sie von mir komponiert worden, um von Sebastian in das Gewand der Atonalität gebracht zu werden.


Sebastian hat meine Lieder auf magische Weise wiedergeboren. Wie das Modale und Tonale ins Atonale kippt, das zeugt von einer wunderbaren, lebendigen Vorstellungsgabe.
Johannas Interpretation entspricht dem in idealer Weise.


Ich finde es erstaunlich und es macht mich glücklich, dass ich in meinem 90. Lebensjahr meine Musik als eine so junge erleben kann, die eher risikofreudig ist, als sich auf all ihrem Wissen auszuruhen.


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Theodorakis’ Heimkehr 
 von Alexander Smoltczyk

Am 7. August des Jahres 2012 saßen vier Musiker in einer Athener Wohnung. Sie hatten sich erst kurz zuvor zum ersten Mal getroffen. Durchs Fenster sah man die Akropolis. „Das ist wunderschön“, sagte der älteste, aber er meinte nicht den Parthenon.

Ich kannte Theodorakis nur aus dem Plattenschrank meiner Mutter

Mikis Theodorakis hielt eine kalte Zigarre in der Linken, ein Geschenk der kubanischen Regierung, und mit der Havanna hatte er dirigiert, was ihm gerade, in frisch ausgedruckter Partitur, vorgelegt worden war: das erste von dreizehn seiner Lieder, nachkomponiert von dem damals gerade 19-jährigen Münchener Komponisten und Violinisten Sebastian Schwab, gespielt von dem Pianisten Markus Zugehör und gesungen von Johanna Krumin, der jungen Sopranistin aus Berlin. Es war ihre Idee gewesen. Eine unmögliche Idee. Zum 90. Geburtstag von Mikis Theodorakis sollte eine Auswahl seiner Lieder quasi neu geboren werden, nachgedichtet und nachkomponiert von Nachgeborenen, von Musikern, die seine Enkel sein könnten. Und für die all das längst Geschichte ist, wofür Theodorakis gekämpft hat, die Jahre des Krieges, der Partisanenkampf, der Widerstand gegen die Militärjunta, der Kampf für ein freies Griechenland. Für Theodorakis ist das prägende Lebenserfahrung, für die Jüngeren Stoff aus dem Geschichtsbuch, so fern und erkaltet wie die Merowinger.

„Ich kannte Theodorakis nur aus dem Plattenschrank meiner Mutter“, sagt Sebastian Schwab. Ein Menschenleben trennt sie, es konnte nicht funktionieren. Und doch: „Als Mikis dann diesen Satz sagte, nach dem ersten Lied, lösten sich die Bedenken. Aus der Legende wurde ein Zeitgenosse, jemand, mit dem ich über Harmonien, Stimmführung und Anschlüsse reden konnte. Für mich war das wieder ein Beweis, wie Musik jenseits von der Zeit stehen kann.“


Der reine Klang steckt in diesen Händen

Drei Tage lang trafen sich die vier Musiker in Theodorakis’ Wohnung. Für Johanna Krumin war es wie eine Meisterklasse: „Mikis hat uns vorgesungen, dirigiert, abgebrochen, korrigiert. Jedes Detail war ihm wichtig.“ Es sei ein Glücksfall, einem Dirigenten „mit so viel Handgelenk“ zu begegnen, der Legato, Klang und Ausdruck ohne alle Angst vor Kontrollverlust ausdrücken könne: „Der reine Klang steckt in diesen Händen.“

Mikis Theodorakis hat Musik immer als etwas Übergreifendes verstanden, als eine kosmische Melodie, bei der jeder Komponist das Werk des anderen aufnimmt und weiterführt. Insofern hatte er keinerlei Probleme mit diesem Projekt.
Johanna Krumin wählte die dreizehn Stücke aus dem Werk von Theodorakis aus. Die Lyrikerin Ina Kutulas hatte sich bereits seit längerem mit einer singbaren Nachdichtung von Theodorakis’ Vertonungen befasst und auch eigene Lied-Texte geschrieben („Abschied“ und „Medeas Entsagung“). Sebastian Schwab begann, am Klavier über die Melodien zu improvisieren. „Ich musste die Melodie dem Sprachrhythmus des Deutschen anpassen“, sagt Schwab. „Das fängt schon beim Wort ,musiki’ an, das im Griechischen auf der letzten Silbe betont wird.“


Wo sich die beiden Komponisten nicht einig werden konnten

In den ersten beiden Liedern Wildwaches Land und Nihtoni umgibt Schwab die Melodien mit einem Bewegungsband, das die Seele in melancholisches Schwingen versetzen soll, wie die Erinnerung an glückliche Zeiten.
Bei den nächsten drei Gesängen Einsame Reise, Medeas Entsagung und Vergiftete Zeit schwankt die Musik zwischen Ausbrüchen von Wut und Verzweiflung, sie findet Zuflucht nur in kindlichen Melodien oder grotesken Tänzen, die wie eine Droge die Wirklichkeit aus dem Kopf verdrängen.

Das sechste Lied, Wie geheimnisvoll schön meine Liebste ist (nach dem Lied der Lieder) aus dem Mauthausen-Zyklus, ist für Theodorakis eine Anrufung der toten Geliebten, in der das Pathos all sein Recht hat. Schwab will seine Musik „unerbittlich gleichförmig und hart in ihren Harmonien“. Er greift zum „Passus duriusculus“, einer Figur aus der Affektenlehre des Barock, lässt diesen Schmerzensgang chromatisch durch alle Stimmen schreiten, „wie ein Trauma im Hintergrund der weichen, liebevollen Melodie und verbindet sich doch mit ihr, weil sie stets Haltung bewahrt, ohne Wutausbrüche auskommt und schließlich in Resignation verklingt.“ Barockes Sichfügen statt säkulare Beschwörung – es war nicht zufällig dieses Wie geheimnisvoll schön meine Liebste ist, an dem die beiden Komponisten, der sehr alte und der sehr junge, sich nicht einig wurden und werden konnten.

Fortunas Gewässer
bezeichnet Schwab als eines seiner beiden Lieblingsstücke. Es ist nicht kontrapunktisch gesetzt, die Stimme trägt die Begleitung, und die Musik schwebt über der Melodie und webt sich sanft in sie hinein. Helles Licht und Sand am Meer als Heilung für die trauernde Seele. All das gefiel Theodorakis so gut, dass er sagte, sich die alte Begleitung gar nicht mehr vorstellen zu können.

Kompositorisch ist Esmeralda das vielleicht anspruchsvollste Stück, alptraumartig, kleingliedrig gebaut mit vielen Ornamenten, bizarren Vogelrufen, unerwarteten Schlägen. Man weiß nie, was im nächsten Moment passiert, blitz- artig kann das Ruder herumgeworfen werden.
In Oft sprichst du zu mir ist die Geliebte schon zu hören. Die Musik wird ruhig und leise, ihre Bewegung ist vorsichtig und gleichförmig. Sie entfernt sich vom Diesseits (Abschied) und tastet sich langsam in die neue Welt vor. Doch das Ich bleibt in dieser Welt haften. Die Musik endet mit tiefen Glockenschlägen.
Einzig Musik und Tanz (Betörendes Lied) bleiben dem einsamen, trauernden Menschen, das Leben erträglich zu machen. Die Musik entschwindet mit einem aufsteigenden Fragezeichen.

Am Ende eines langen Lebens, darf er endlich zu seinen Anfängen zurück

„Vor Beginn des Projekts kannte ich vor allem die klassische Musik von Theodorakis“, sagt Sebastian Schwab. „Von seinem politischen Engagement habe ich nur ansatzweise aus Büchern erfahren. Durch seine Lieder kann ich mich hineinfühlen in das, was er vielleicht damals wollte, wofür er gekämpft hat. Da spüre ich seine introvertierte Seite.“


So ist dieses Projekt auch zu einer Heimkehr geworden. Mikis Theodorakis hat das Jahrhundert als politische Heldengestalt durchqueren müssen, musste den Griechen Stimme und Gestalt verschaffen. Jetzt, am Ende eines langen Lebens, darf er endlich zu seinen Anfängen zurück, zur reinen, von allen Zwecken befreiten Musik.

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